Vor einigen Tagen habe ich mir mit einer Freundin das Remake von Der König der Löwen angeschaut. Ich habe es vorher nicht geschafft, bzw. wollte ich den Film im Kino in Oldenburg sehen, die haben ihn aber gerade erst ins Programm genommen. Ich hatte mich seit Monaten auf den Film gefreut, König der Löwen gehört seit meiner Kindheit zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Ich muss zugeben, ich hatte vorübergehend Zweifel bekommen, weil ich einige schlechte Kritiken gelesen hatte. Aber dann dachte ich, ich sollte mir doch einfach selbst ein Bild machen. Gute Entscheidung!

Also ging es am Samstag in die Spätnachmittagsvorstellung ins Kino, Popcorn wie immer inklusive. Der Film hält sich in vielen Bereichen an die Zeichentrickvorlage, schafft es aber, das ganze realistischer darstellen zu lassen. Natürlich können manche Comic-Vorlagen nicht korrekt umgesetzt werden (z.B. das Musikstück „Ich will jetzt gleich König sein“). Das wird im Comic ja mit einer Pyramide der Zeichentricktiere umgesetzt, in der Realverfilmung toben die beiden jungen Löwen „nur“ zwischen verschiedenen Tieren am Wasserloch, um Zazu abzuhängen. Finde ich aber gar nicht mal schlecht umgesetzt. Es gibt viele Szenen die 1 zu 1 umgesetzt wurden, selbst recht unbedeutende, wie als die Tiere am Anfang des Films zum Königfelsen reisen. Und die Tiere – alle Tiere! – waren so realistisch. Und es gab sogar einen kleinen Galago – ein Buschbaby! Ich liebe diese kleinen putzigen Kerlchen, wenn sie auch recht unbekannt sind. Und so fügte sich auch der ein oder andere Nebencharakter ins bestehende Bild ein.

Die Story blieb gleich, wurde lediglich hier und da ergänzt (der Morgenreport, der im Originalfilm nicht mit bei war, aber später in der DVD-Fassung enthalten war z.B.), andere Teile wurden weg gelassen bzw. drastisch gekürzt. Es wurden ein paar weitere Nebencharaktere eingeführt (im Bereich der Oase von Timon und Pumbaa – erwähnte ich das Galago?), die sicherlich nette Sidekicks sind, aber zur Geschichte nichts wesentliches beigetragen haben.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Rafiki bzw. das, was er von sich gibt. Es wird wahrscheinlich seine Gründe haben, die ich aber nicht kenne – ergo finde ich es blöd, dass Rafikis SingSang geändert wurde.

Das Aussehen der Hyäenen. Irgendwie sehen sie komisch aus, wobei ich nicht wirklich sagen kann, woran es lag. Die Gesichter waren merkwürdig. Ich kann mich auch nicht an eine „Rangordnung“ erinnern „Shenzi – Banzai – Ed“. Soweit ich mich erinneren kann, waren Shenzi und Banzai im Zeichentrickfilm ziemlich gleichauf gestellt, und Ed war der etwas durchgeknallte Sidekick des Trios. Ed wiederum fand ich tatsächlich lustig im Film, sein Benehmen erinnerte mich an einen Labrador, der nicht weiß, wohin mit seiner ganzen Lebensfreude und seiner Liebe für alle um ihn herum.

Mufasa erinnerte mich extrem an Aslan (Narnia), Scar erinnerte mich an eine Mischung aus Shir Khan (Dschungelbuch-Remake) und Radscha (Aladdin-Remake), ich denke hier wird man grundsätzlich immer auf diesselben Grundformen zurückgreifen bei der Produktion, ist ja alles aus einem Haus. In den Comics ist die Unterscheidung einfacher, aber wenn man mal klar darüber nachdenkt, macht es schon Sinn, dass sie sich in den ‚Realverfilmungen‘ ähnlich sehen, denn auch verschiedene Tiere einer Art können ungeübte Augen nur schwer unterscheiden.

Alles in allem muss ich aber sagen, wenn man nicht erwartet, dass der Zeichentrickfilm einfach nur mit Computeranimationen ersetzt wird, ist es tatsächlich ein sehr schöner Film, den ich auch guten Gewissens empfehlen kann. Für kleinere Kinder wird er eventuell noch nicht geeignet sein, allerdings ist das ja auch schon bei der Zeichentrickvorlage ein brisantes Thema. Ich denke, für meine Kinder wäre der Film noch nichts, da fehlen noch 1-3 Jahre. Laut FSK ist er ab 6, aber als geeignetes Alter habe ich auch oft „ab 10“ gelesen. Das halte ich auch für ein gutes Start-Alter. Wobei hier natürlich wieder jedes Kind anders ist.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.